Würfel rotDie Demokratische Republik Kongo

Karte von Afrika Die Demokratische Republik Kongo ist flächenmäßig das drittgrößte Land auf dem afrikanischen Kontinent. Trotz des enormen Reichtums an Bodenschätzen ist die Bevölkerung eine der ärmsten der Welt. Sie leidet unter den Auswirkungen von jahrzehntelanger Diktatur und Bürgerkrieg. Drei Viertel der Kongolesen sind unterernährt, 70 Prozent der rund 62 Millionen Einwohner haben keinen Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 46 Jahren.

Seit den demokratischen Wahlen 2006, den ersten nach 40 Jahren, beginnt die Demokratische Republik Kongo langsam ihr Potenzial zu entfalten.

 

Würfel grünDie frühere Équateur-Provinz

 

Équateur-ProvinzDie frühere Équateur-Provinz liegt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, dem ehemaligen Zaire. Durch die Verwaltungsreform von 2015 wurde die Provinz in fünf neue Provinzen aufgeteilt. Unsere Partnerin, die CADELU-Kirche, erstreckt sich hauptsächlich in den neuen Provenizen Mongala, Équateur und Tshuapa. Wir arbeiten in einem der ärmsten Landesteile, in dem es kaum eine funktionierende Infrastruktur gibt. Straßen sind so gut wie nicht vorhanden, der Haupverkehrsweg ist somit der Kongo-Fluss. Über ihn gelangen Waren in die größeren Städte. Vor allem in die Landesteilen, die nicht direkt an einem der größeren Flüsse liegen, gelangen Waren nur spärlich. Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft in Form von Subsistenzwirtschaft. Insgesamt gehört die Region zu den unterentwickeltsten der Welt.

Der Équateur insgesamt ist mit 403.292 km² größer als die Bundesrepublik Deutschland (357.021 km²), hat aber nur ca. 7,5 Millionen Einwohner (Deutschland: rund 80,7 Millionen).

Würfel beigeDie CADELU-Kirche

Bild von Pfr. BokombeDie Abkürzung CADELU steht für Communauté Association des Églises Évangéliques au Lulonga, zu deutsch: Kirche der Vereinigten Evangelischen Gemeinden am Lulonga.

Diese Kirche, die zur Kirche Christi im Kongo (ECC) gehört, ist durch die Mission der englischen "Regions Beyond Missionary Union" entstanden und erlangte 1966 ihre Selbstständigkeit. Seit 1976 ist sie in Deutschland mit der Vereinten Evangelischen Mission, einer Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen, verbunden. Leiter der Kirche ist derzeit Rév. Jean-Denis Bokombe (siehe Foto).

Das Kirchengebiet liegt in der Äquatorial-Region des Kongo am Lulonga-Fluss - daher der Name - und somit in der Équateur-Provinz. Die Kirche besteht aus 32 Kirchenkreisen, die von der Zentrale in Basankusu aus koordiniert werden. Die CADELU hat etwa 245.800 getaufte Mitglieder. Sie unterhält eine Reihe von diakonischen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und hat Projekte in Landwirtschaft und Fischerei. Der Kirchenkreis Djolu ist mit dem Kirchenkreis Obere Nahe der Evangelischen Kirche im Rheinland verbunden.

Die Einkünfte der Kirche sind entsprechend den ärmlichen Lebensverhältnissen ihrer Mitglieder sehr gering. Anders als bei den früheren europäischen Missionaren fehlt der Kirche die materielle Grundlage, ihre medizinischen und sozialen Einrichtungen den Erfordernissen entsprechend zu unterhalten.

Würfel blauMedizinische Versorgung in der Équateur-Provinz

Die Gesundheitsstation der CADELU in Bokala, einem Ortsteil von BasankusuIm internationalen Vergleich rangiert die Demokratische Republik Kongo 2012 auf dem vorletzten Platz (186 von 187) des Entwicklungsindexes der Vereinten Nationen. Neben HIV/AIDS sind vor allem Malaria, Durchfall- und Atemwegserkrankungen weit verbreitet. Infolge der Armut nehmen sie zu, obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist. Diese Diskrepanz ist die Konsequenz jahrzehntelangen Missmanagements, weit verbreiteter Korruption auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung und der seit 1996 anhaltenden, bewaffneten Auseinandersetzungen im Osten. Sexualisierte Gewalt ist mittlerweile tief in der Gesellschaft verwurzelt.

Wie im ganzen Land leisten auch in der Équateurregion die Kirchen einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung. So unterhält die CADELU drei Krankenhäuser in Baringa, Yoseki und Boso Ndjafo, sowie zahlreiche kleinere Gesundheitsstationen (Centres de santé) für die ambulante Behandlung. Die Ausstattung der Einrichtungen mit Instrumenten und Inventar sowie vor allem der Zugang zu Medikamenten sind mangelhaft.